Tini Dircks ist die erste Königin

Nur strahlende Gesichter gab es bei der Ehrung zu Münsters Fußballer des Jahres: (v.l.) Moderator ALexander Heflik, Wahl-Initiator Stephan Roth, der zweitplatzierte Torben Bucksteeg (BW Aasee), Fairplay-Preis-Gewinner Julian Wiedenhöft (SC Münster 08), MZ-Verlagsleiter Marc Zahlmann, der drittplatzierte Jonas Wiethölter (BSV Roxel), Torjäger Mike Liszka (1. FC Gievenbeck), Bernd Homann (Prokurist des Hauptsponsors Agravis Raiffeisen AG), Siegerin Tini Dircks, der zweitplatzierte Torjäger Jens Könemann (BSV), Moderator Thomas Rellmann und Fairplay-Preis-Gewinner Niklas Lange (SC Münster 08). Foto: Jürgen Peperhowe

Schon bei der Wahl zu Münsters Fußballer des Jahres 2015 deutete sich mit Platz drei von Maren Krieter (BW Aasee) an, dass die Frauen auf dem Vormarsch sind. Und tatsächlich setzte sich der Trend fort – und Kristin Dircks (Wacker Mecklenbeck) durch. Als erste Fußballerin gewann sie die Abstimmung und verwies die zehn weiteren Nominierten auf die Plätze.

Lauter Jubel brandete auf, als der Name der 18-Jährigen auf der großen Leinwand der Hafenarena aufleuchtete. 947 der gut 4500 abgegebenen Stimmen entfielen auf die Spielerin des Westfalenligisten Wacker Mecklenbeck, der als Aufsteiger die Klasse gehalten hat. „Das war eine super geile Saison“, sagte der Youngster, den die meisten „Tini“, manche aber auch „Terrier“ rufen. Und auch der Nachklapp nach der Spielzeit hatte für die quirlige Offensivspielerin, die einst als Torhüterin anfing, aber mit ihren 1,60 Meter zu klein für die Position zwischen den Pfosten war, überwältigende Kraft. „Das ist Wahnsinn, damit habe ich nie gerechnet. Ich freue mich riesig, dass so viele für mich abgestimmt haben“, meinte Dircks, die aus den Händen von MZ-Verlagsleiter Marc Zahlmann den Pokal und den Siegerscheck über 1000 Euro in Empfang nahm.

Nur 91 Stimmen zum Sieg fehlten bei der von der Münsterschen Zeitung, dem Onlineportal 11Flemmer und erstmals dem Fußball-Magazin Heimspiel organisierten sowie vom Hauptsponsor Agravis Raiffeisen AG unterstützten Wahl Torben Bucksteeg. Mit seinem zweiten Platz aber machte der Stürmer von Blau-Weiß Aasee die Medaillensammlung seines Clubs komplett. 2014 hatte sein Mannschaftskollege Enno Stemmerich die Premierenwahl gewonnen, 2015 wurde Krieter Dritte. Und nun reihte sich Bucksteeg in die erfolgreiche Aasee-Riege ein. „Das ist schon ziemlich geil. Ich muss mich besonders bei Enno bedanken, der quasi mein Medienbeauftrager gewesen ist“, sagte Bucksteeg, der gleich zwei Mal ins Rampenlicht treten durfte. Seine 26 Treffer in der abgelaufenen Saison bedeuteten in der Wertung des MZ-Torjägerpokals den dritten Platz – und ganz neben bei waren sie ein gewichtiger Faktor für den BWA-Aufstieg in die Bezirksliga.

Hinter Dircks und Bucksteeg landete Jonas Wiethölter als Dritter auf dem Podium. Und durch seine Leistungen hatte es der Mittelfeldspieler des Landesligisten BSV Roxel auch mehr als verdient, zu dem Kreis der Besten zu gehören. Aus der Kreisliga B war Wiethölter zum BSV gekommen und avancierte an der Tilbecker Straße zum Shootingstar der Saison, die für ihn mit einem Aufstieg in die Westfalenliga endete. Für seinen Erfolg macht er die Lust am Kicken verantwortlich. „Ob ich in der Kreisliga oder in der Westfalenliga spiele, ist nicht wichtig. Hauptsache, man hat Spaß am Fußball.“ Damit traf Wiethölter den Kern und die Idee der Wahl, die Münsters Fußballer von der Kreisliga bis zur 3. Liga zusammenführen soll.

„Wir haben hier eine super Szene der Flemmerinnen und Flemmer. Wir sind sehr froh, dass es diese Veranstaltung gibt“, sagte Zahlmann, der an dem von Alexander Heflik und Thomas Rellmann moderierten Abend noch kleine Geheimnisse der heimischen Kicker erfuhr. So hat Bucksteeg – wohl gemerkt als gelernter Stürmer – den früheren und durchaus rustikalen niederländischen Nationalspieler Mark van Bommel als Vorbild, Jens Könemann besitzt mit „Helmut“ und „Döner“ gleich zwei Spitznamen. „Döner heiße ich, weil ich früher immer Döner ohne alles bestellt habe“, verriet Könemann (BSV), der mit seinen 18 Treffern den zweiten Platz im MZ-Torjägerpokal belegte.

Besser war nur Mike Liszka. 33 Mal traf er für die Westfalen – und Bezirksliga-Teams des 1. FC Gievenbeck. Aber wie feiert ein Stürmer seine erfolgreichen Abschlüsse? „Ich habe viele Torjubel. Meistens mache ich die Faust und springe hoch. Oder ich rutsche auf den Knien“, sagte der abgebrühte Knisper, der wie die 180 geladenen Gäste den stimmungsvollen Abend bei Currywurst, Pommes, Kaltgetränken und den letzten EM-Gruppenspielen ausklingen ließ.

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